Manchmal entstehen die schönsten Projekte nicht aus einem ausgearbeiteten Konzept, sondern einfach deshalb, weil jemand Hilfe braucht.
Genau so begann das Digitale Café.
Wie alles angefangen hat
Eine ältere Dame wandte sich an unser Quartiersmanagement. Der Mensch, der sich bisher um ihren Computer gekümmert hatte, war verstorben und sie wusste nicht, an wen sie sich nun wenden konnte.
Die Anfrage landete beim Förderverein Altenhilfe – und schließlich bei mir. Da ich beruflich mit IT zu tun habe und auch im Familien- und Freundeskreis regelmäßig bei Computerproblemen helfe, dachte ich mir: Ich kann es mir zumindest einmal anschauen.
Kurze Zeit später saß ich bei ihr zu Hause. Das vermeintlich große Problem entpuppte sich als eine überschaubare Mischung aus Windows-Updates, Virenschutz und ein paar Dingen, die auf den aktuellen Stand gebracht werden mussten.
Nach ungefähr einer Stunde war alles erledigt – und die Freude darüber groß.
Kurz darauf wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Computerkurs anbieten möchte.
Meine Antwort war: Nein. Zumindest keinen klassischen Kurs.
Denn ich war überzeugt davon, dass es etwas anderes brauchte: praktische Unterstützung bei genau den Fragen, die im Alltag entstehen.
Die Idee war eigentlich ganz einfach:
Bring dein Gerät mit. Bring deine Frage mit. Und dann schauen wir gemeinsam.
So entstand das Digitale Café.
Heute geht es um viel mehr als Technik
Mittlerweile beschäftigen wir uns mit ganz unterschiedlichen Fragen rund um Smartphone, Tablet, Computer und die digitale Welt.
Dabei geht es mir nicht darum, etwas einfach für jemanden zu erledigen. Viel schöner ist der Moment, wenn aus einem „Das kann ich nicht“ irgendwann ein „Warte, ich probiere es selbst“ wird.
Denn letztendlich geht es um etwas viel Größeres als Technik:
digitale Teilhabe und ein Stück Selbstständigkeit.
Und irgendwann entstand ein Nachschlagewerk
Mit der Zeit kamen immer mehr Themen zusammen. Und natürlich kennt vermutlich jeder den Moment: Im Digitalen Café war alles noch völlig klar – und einige Wochen später sitzt man zu Hause und fragt sich: Wie ging das noch mal?
Also begann ich, unsere Themen verständlich aufzuschreiben.
Daraus entstand schließlich das Nachschlagewerk zum Digitalen Café, in dem inzwischen die Inhalte aus zwei Jahren zusammengefasst sind – möglichst verständlich, praxisnah und ohne unnötige Fachbegriffe.
Warum es mein Herzensprojekt ist
Das Digitale Café ist ehrenamtlich – und gehört inzwischen zu den Dingen, die mir besonders am Herzen liegen.
Nicht wegen der Computer, Smartphones oder Apps.
Sondern wegen der Menschen und dieser kleinen Momente, in denen jemand etwas ausprobiert, sich etwas zutraut und anschließend ein kleines bisschen unabhängiger nach Hause geht.
Was mit einem Windows-Update auf dem Computer einer älteren Dame angefangen hat, ist so über die Jahre zu etwas geworden, das ich nicht mehr missen möchte.
Digitale Teilhabe beginnt für mich nicht bei der Technik.
Sie beginnt damit, dass sich jemand die Zeit nimmt, gemeinsam hinzuschauen.